| Entstehung |
- zum ersten Mal 1892 als "Trois scènes au crépuscule", "Drei Szenen in der
Dämmerung" erwähnt
- 1894 als Fassung für Violine und Orchester für den Geiger Eugene Ysaye geplant
- endgültige Fassung zwischen 1897 und 1898 entstanden
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| Uraufführung |
| Der 1. und 2. Satz wurden am 9. Dezember 1900 in den Concerts Lamoureux uraufgeführt. Alle Stücke als
Zyklus erklangen zum ersten Mal am 27. Oktober 1901. |
| Nocturne |
| Das Wort Nocturne kommt vom italienischen Notturno und bedeutet Nachtstück.
Im 17. und vor allem 18. Jahrhhundert war ein Nocturne ein Charakterstück für Klavier, das
eine träumerische Stimmung mit einer ausdrucksvollen Melodie vereinte. Die bekanntesten Nocturnes
schrieb Frédéric Chopin. Debussy wollte seinen Werktitel Nocturnes allerdings nicht in
diesem herkömmlichen Sinn verstanden wissen. "Es handelt sich dabei um den Versuch, eine
einzige Farbe in verschiedenen Besetzungen wiederzugeben, was beispielsweise in der Malerei einer
Studie in Grau entspräche." |
| Anregung |
| Daraus ist zu schließen, dass die Anregung für die Nocturnes im
Bereich der Malerei zu suchen ist. Sie stammte sicherlich von einer Bilderserie des
amerikanischen Malers James McNeill Whistler, die ebenfalls den Titel Nocturnes trägt und
um 1880 entstand. Whistler, der
mit Debussy bekannt war und auch sich in den französischen Künstlerkreisen bewegte,
gab vielen seiner Bilder musikalische Titel. |
| Nuages |
| Das erste Stück beginnt mit einem Motiv in den Klarinetten und Fagotten. |
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| Durch die Instrumentierung, die gleichmäßige und langsame Viertelbewegung und die
hohlen Quinten entsteht vor dem geistigen Auge das Bild von fahlen, grauen,
sich träge am Himmel entlangschiebenden Wolkenbergen. |
| Kurz vor Ende des Stücks entsteht aus dem Anfangsmotiv eine Melodie, die von der Flöte,
begleitet von geteilten, hohen Streichern in reinem dis-Moll gespielt wird. |
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| Die lang ausgehaltenen
Streicherakkorde, die weiche Instrumentation und die Moll-Tonalität bewirken eine Beruhigung und
Aufhellung der bisher recht düsteren Szenerie. Man kann, besonders bei der Wendung in reines Es-Dur T.77,
ohne zuviel in die Musik hineinzuinterpretieren sicherlich von der durch die Wolken durchbrechenden
Sonne sprechen. Der Satz endet so fahl wie er begonnen hat. |
| Fêtes |
| Dieses Stück folgt einer dreiteiligen Anlage nach dem "klassischen" Schema ABA'.
Der B-Teil unterbricht abrupt das bunte Treiben des Jahrmarkts im A-Teil und stellt einen Festzug dar,
der sich langsam im pianissimo von Ferne nähert und an
seinem Höhepunkt abbricht. Dieser Teil ruht über 55
Takte auf dem Orgelpunkt as, bzw. gis. Dynamik und Instrumentation steigern sich und bei Erreichen
des vollen Orchestersatzes kommt eine Militärtrommel zum Einsatz, die einen ostinaten
Rhythmus beisteuert. |
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| Anschließend biegt die Militärparade um die Ecke und mit der
Wiederaufnahme des A-Teils nimmt der bunte und farbige Jahrmarkt seinen Fortgang. |
| Sirènes |
| Schon wie in der Rompreisarbeit Printemps verwendet Debussy hier Summchöre.
Jeweils acht Sopran- und Mezzosopranstimmen singen nur Vokalisen, also Tonsilben. Dargestellt wird
hier die ruhige Bewegung des Meers. |