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Kurz gefasst: |
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Klassik in Popsongs
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Klassische Stücke als Grundlage für Popsongs |
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Literatur in Popsongs
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Popsongs mit literarischen Anspielungen oder Inhalten. |
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Gastmusiker |
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Wer singt oder spielt im Hintergrund? |
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über den es sich zu schreiben lohnen würde? Mailen Sie mir! |
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| My Sweet Lord |
Interpret: George Harrison Jahr: 1970 |
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| Inwiefern sind "Something" und "Here Comes The Sun" besondere Beatles-Songs? Nicht dass sie zu den
schöneren Songs der Beatles gehören macht sie besonders. Es ist die Tatsache, dass sie zu den wenigen
gehören, die von George Harrison komponiert wurden, der gern auch als der "stille Beatle" bezeichnet
wird. Paul McCartney und John Lennon, die Haupt-Songschreiber der Beatles, ließen nicht viele Songs aus
George Harrisons Feder auf den Alben zu. Anscheinend musste er um jeden einzelnen kämpfen. |
| Dass Harrisons erstes Solo-Album ("All Things Must Pass", 1970) nach der Trennung der Beatles, das
nur aus Harrisons Eigenkompositionen bestand, gleich drei LPs umfasste, zeigt
zweierlei: Zum einen dass sich viel Material angesammelt haben musste, das er bei den Beatles nicht unterbringen
konnte, und zum anderen dass er durch die schiere Größe des Projekts den anderen Beatles beweisen
wollte, dass er wohl zu Unrecht klein gehalten wurde. |
| Auf "All Things Must Pass" fand sich auch das Stück "My Sweet Lord". Dieses Lied sollte ihm zwar
den größten Erfolg, aber auch einigen Ärger einbringen. Denn, so der Vorwurf, Harrison soll den
Song nicht selbst komponiert haben, sondern bei der amerikanischen Gruppe The Chiffons abgekupfert haben. Deren 1963
veröffentlichter Song "He's So Fine" soll als Vorlage gedient haben. Und da George Harrison als Komponist von
"My Sweet Lord" geführt wird, wäre dies ein "Diebstahl geistigen Eigentums", ein sogenanntes Plagiat. |
| Grundlage des damals folgenden Gerichtsverfahrens ist das sogenannte Urheberrecht. Ein Urheber ist ein Schöpfer
eines geistigen Werkes, also zum Beispiel ein Textdichter, Buchautor oder Komponist. Das Urheberrecht schützt
nun die Werke der Urheber gegen unrechtmäßige Verwendung und spricht den Urhebern Gebühren für
die rechtmäßige Verwendung zu. |
| Diese Gebühren nennt man Tantiemen. Sie werden "eingesammelt" und an die Urheber weitergeleitet
von den Verwertungsgesellschaften. In Deutschland ist das die GEMA, in den USA die ASCAP. Somit bekommt ein
Komponist für zum Beispiel jedes Abspielen eines seiner Stücke im Radio oder Fernsehen Tantiemen. |
| Dieses Urheberrecht ist eine sehr sinnvolle Einrichtung, erlaubt es doch den Komponisten, Autoren usw.
von ihrer Kunst zu leben. Auch George Harrison lebte natürlich von diesen Tantiemen, und so ist es umso
erstaunlicher, dass er sich auf so eklatante Weise der Verletzung dieses Urheberrechts schuldig gemacht haben soll,
wie im Falle von "He's So Fine" und "My Sweet Lord". In anderen Worten: er hätte wissen müssen, dass das
Abschreiben eines Titels solche Folgen nach sich ziehen musste wie in diesem Fall. |
| Die Folgen für Harrison waren ein von 1971 bis 1976 dauerndes Gerichtsverfahren, das die Frage
klären musste, ob und inwieweit Harrison abgeschrieben hatte. 1976 kam dann nach langem Ringen der Schuldspruch
des Richters, der Harrison verurteilte. Die Ähnlichkeit beider Songs war zu groß, allerdings konnte George Harrison nicht nachgewiesen
werden, dass er bewusst plagiarisiert hätte. Der Richter sah jedoch ein unbewusst vorgenommenes Plagiat als
gegeben und Harrison wurde zur "Zurückzahlung" der mit "My Sweet Lord" - nach dem Gerichtsurteil zu Unrecht -
eingenommenen Tantiemen veurteilt. Die Höhe dieser Zahlung liegt nach Internetquellen (1) bei ca. 1,5
Millionen Dollar (!). |
| George Harrison sagte selbst zu den Vorwürfen: "Ich war mir der Ähnlichkeit zwischen "My
Sweet Lord" und "He's So Fine" nicht bewusst. Es wäre sehr einfach gewesen, an der einen oder anderen Stelle
eine Note zu ändern, ohne die Aufnahme zu beeinträchtigen." (2) |
| Inspiration zu "My Sweet Lord" war nach Aussage Harrisons das Gospelstück "O Happy Day" der
Edwin Hawkins Singers. Er wollte eine Brücke zwischen westlichen und östlichen Religionen schlagen.
Harrison hatte sich ja seit Mitte der 60er Jahre sehr für den Hinduismus begeistert und sich Ende der 60er
der aufkommenden Hare Krishna-Bewegung angeschlossen. Diese Form des Hinduismus verehrt den Gott Krishna und
betet ihn mit dem Mantra "Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare. Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama,
Hare Hare" an, das der Backgroundchor am Schluss von "My Sweet Lord" singt. Davor wird diese Stelle vom Chor mit
dem Text "Hallelujah" gesungen, der hier den westlich geprägten Glauben vertritt. |
| Links |
| Das Music Plagiarism Archive enthält Noten
und Aufnahmen der beiden Songs. Die Aufnahmen allerdings nicht im Original, sondern in selbst produzierten Midi-Files. |
| Unter BBC Radio 2 - Sold On Song finden sich neben
Infos auch ein Originalauschnitt aus "My Sweet Lord", ein Interviewausschnit mit George Harrison über den
Song und ein ganz nettes Quiz. |
| Genauere Informationen zur Hare Krishna-Bewegung. |
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(1) The "My Sweet Lord"/"He's So Fine" Plagiarism Suit
(2) zitiert nach: Schuster, Peter. Four Ever - die Geschichte der Beatles. Belser, 1989. S. 74. |
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