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Kurz gefasst: |
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Klassik in Popsongs
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Klassische Stücke als Grundlage für Popsongs |
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Literatur in Popsongs
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Popsongs mit literarischen Anspielungen oder Inhalten. |
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Gastmusiker |
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Wer singt oder spielt im Hintergrund? |
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über den es sich zu schreiben lohnen würde? Mailen Sie mir! |
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| Cantaloop |
Original: Herbie Hancock mit dem Titel "Cantaloupe Island" Jahr: 1964 |
Neue Version: US3 Jahr: 1992 |
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| Bevor wir konkret zum Titel "Cantaloop" kommen, bitte ein wenig Geduld. Zuerst eine kleine Chronologie
wichtiger Ereignisse. |
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| Blue Note Records |
| Am Tag vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1939, gründen zwei aus Berlin stammende
jüdische Immigranten, Alfred Lion und Frank Wolff, in den USA die Plattenfirma "Blue Note Records". Sie
wird in den 50er und 60er Jahren
die führenden Musiker des modernen Jazz, vor allem des Hardbop unter Vertrag haben. Durch konsequente
nichtkommerzielle Ausrichtung, aufnahmetechnische Qualität, Experimentierfreudigkeit und künstlerische
Durchdachtheit bis hin zum heute legendären Design der Schallplattencovers erreicht das Label innerhalb weniger Jahre
Kultstatus. Erst Ende der 60er muss sich das Unternehmen dem Druck durch die Kommerzialisierung beugen. |
| Das Birdland |
| Im Jahr 1949 wird in New York am Broadway ein Jazzclub mit dem Namen "Birdland" eröffnet. Benannt
ist er nach dem einflussreichsten Altsaxofonisten der Jazzgeschichte, Charlie Parker, auch unter seinem
Spitznamen "bird" bekannt. Er war einer der
schwarzen Jazzmusiker, die den Bebop entwickelten, einen Jazzstil im New York der frühen 40er Jahre.
Das "Birdland" erwirbt sich schnell einen Ruf als angesagter Jazzclub und ist heute noch zu besuchen. |
| "A Night at Birdland" |
| Am 21. Februar 1954 ist der Hardbopschlagzeuger Art Blakey mit seinem Quintett im Birdland zu Gast.
Das Konzert, das die Musiker geben, wird von Blue Note mitgeschnitten und als Platte unter dem Titel
"A Night at Birdland" veröffentlicht. |
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| Eingeleitet wird das Konzert, wie im Birdland üblich, vom Ansager. Das ist Pee Wee Marquette,
kleinwüchsig und mit einer etwas schnarrenden Stimme ausgestattet. Er sagt an diesem Abend das folgende: |
| "Ladies and gentleman, as you know we have something special down here at Birdland this evening...
a recording for Blue Note records... when you applaud for the different passages, your hands go right out over
the records there, so when they play them over and over, throughout over the country, you may be some place and
say, well, uh, that's my hand on those records there, that I dug down at Birdland... We're bringing back to the
bandstand at this time, ladies and gentlemen, the great Art Blakey and his wonderful group featuring the new
trumpet sensation Clifford Brown, Horace Silver on piano, Lou Donaldson on alto, Curley Russell is on bass...
Let's get together and bring Art Blakey to the bandstand with a great big round of applause here, how about a
big hand here for Art Blakey! Thaank yaoow!" |
| Sie können sich diese Ansage auf
dieser Seite anhören. Sie steht in der Liste unter "Announcement by
Pee Wee Marquette: A Night at Birdland Vol.1" (wahlweise Windows Media oder Real Audio). |
| Cantaloupe Island |
| 1964 macht der Jazzpianist Herbie Hancock in New Jersey Aufnahmen für seine neueste Schallplatte.
Sie erscheint bei Blue Note Records und trägt den Titel "Empyrean Isles". Bei den eingespielten Titeln
ist auch Hancocks Komposition "Cantaloupe Island". |
| Sampling |
| Anfang der 90er Jahre plant der Musikproduzent Geoff Wilkinson sein neues Projekt. Er benutzt dazu
das in den 80er Jahren entwickelte Verfahren des Sampling. Es bezeichnet das Umwandeln von Audiodaten in
digitale Daten. Dies geschieht am Anfang mit sogenannten Samplern, heutzutage mit Sampling-Software über
den Computer. Das Besondere ist die Bearbeitbarkeit und Veränderbarkeit dieser Daten. Auch können
bestimmte Elemente einer Aufnahme isoliert werden, oder Klänge ersetzt werden. |
| Cantaloop |
| 1992 erscheint die Single "Cantaloop" der Band US3, deren kreativer Kopf genau dieser Geoff Wilkinson
ist. Er hatte Zutritt zu den Archiven der Firma Blue Note Records bekommen und außerdem die Erlaubnis,
von den alten Mehrspurbändern Samples zu erstellen. Das Ergebnis ist sowohl auf der Single "Cantaloop" als
auch auf der im Jahr darauf erschienenen CD "Hand on the Torch" zu hören. |
| Wilkinson hat für "Cantaloop" sowohl Teile der Ansage Pee Wee Marquettes aus dem Jahr 1954,
als auch Teile des Klavierparts von Herbie Hancocks Aufnahme aus dem Jahr 1964 gesamplet. Kombiniert mit neu aufgenommenen
Instrumentalparts, Rap-Passagen und Drum'n'Bass-Sounds aus dem Computer ergibt dies eine Mischung, die kreativ ist,
gut ankommt, und einen Trend losstartet, bei dem Jazzeinflüsse im HipHop immer häufiger verwendet
werden. |
| Das geschieht im Übrigen mit der Erlaubnis von Herbie Hancock, denn durch das Urheberrecht
dürfen Samples nicht kostenfrei verwendet werden. Herbie Hancock verdient also bei jeder verkauften
US3-CD mit. |
| Der "..loop", der im originalen Songtitel Hancocks noch ein "..loupe" war, ist ein Anspielung auf eine im HipHop
oft verwendete Technik. "Loop" bedeutet Schleife, was musikalisch bedeutet, dass ein kleiner musikalischer
Abschnitt wie in einer Endlosschleife immer wiederholt wird und somit Grundlage des ganzen Songs ist. |
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