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Kurz gefasst: |
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Klassik in Popsongs
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Klassische Stücke als Grundlage für Popsongs |
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Literatur in Popsongs
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Popsongs mit literarischen Anspielungen oder Inhalten. |
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Gastmusiker |
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Wer singt oder spielt im Hintergrund? |
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Kennen oder vermissen Sie einen bekannten Song auf diesen Seiten, der ähnlich wie die anderen eine interessante Geschichte besitzt und
über den es sich zu schreiben lohnen würde? Mailen Sie mir! |
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| Advertising Space |
Interpret: Robbie Williams Jahr: 2005 |
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| Die Webseite Elvis & Nixon Songs all mixed up verzeichnet im Moment 232 Songs,
die sich thematisch mit Elvis Presley beschäftigen. Dass auch fast 30 Jahre nach seinem Tod noch neue dazu kommen, beweist Robbie Williams neueste
Single "Advertising Space" von seinem Album "Intensive Care". |
| Folgende Erläuterungen sollen den Song besser verständlich machen. Aus rechtlichen Gründen wird hier nicht der gesamte
Liedtext abgedruckt. Ich empfehle eine google-Suche mit dem Songtitel und dem Zusatz "lyrics".
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| Der Songtitel |
| Der Songtitel "Advertising Space" bezieht sich auf eine leere, noch zu füllende Reklamefläche, symbolisch gesehen eine
reelle, bzw. innere oder emotionale Leere. Die findet sich, wenn die Profite dahingeschmolzen sind ("we let our profits go to waste"), oder
im Gesicht von Elvis, wenn er den Tod Marlon Brandos betrachtet ("you had that look upon your face, advertising space"). |
| Marlon Brando und Elvis |
| "I saw you standing by the gates when Marlon Brando passed away..." Warum wird hier Marlon Brando ins Spiel gebracht? Marlon
Brando hatte in seinem ersten Film "Endstation Sehnsucht" Anfang der 50er
einen ähnlich fulminanten Einstieg in die Unterhaltungsindustrie wie Elvis ein paar Jahre später. Beide wurden innerhalb kürzester
Zeit zu Ikonen der Jugend in der damals recht prüden amerikanischen Gesellschaft. Vor allem die Rebellion, die sie verkörperten,
machte sie zum Gegenentwurf der Elterngeneration und ließ die Jugend ihnen zu Füßen liegen. |
| Ein anderer Grund für die Erwähnung von Brando ist wohl, dass er zusammen mit James Dean von Elvis sehr verehrt wurde. Elvis
wollte so cool wie Brando und Dean sein und im Filmgeschäft genau so erfolgreich, was er aber nie schaffte. Seine Filme
blieben immer auf einem seichten, klischeehaften Niveau, und er wurde nie als richtiger Schauspieler akzeptiert. |
| "No one learned from your mistakes, we let our profits go to waste..."
Obwohl sowohl Elvis als auch Marlon Brando Unsummen verdienten, steckten sie doch in der finanziellen Klemme. Bei Brando gibt es hierzu
widersprüchliche Aussagen. Es gibt Berichte, wonach er ein Millionenvermögen vererbt hätte, genauso wie Berichte, dass ihn die Verteidigung
seines Sohnes Christian, der den Freund seiner Schwester umgebracht hatte, um sein Vermögen gebracht hätte, und er deshalb auf Pensionszahlungen
der Schauspielergewerkschaft angewiesen war. Brando starb achtzigjährig 2004. Bei Elvis ist der Fall klarer. Sein skrupelloser Manager
Conolel Parker beutete den in finanzieller Hinsicht naiven Elvis aus ("Everyone around you was corrupted") und sein aufwändiger Lebensstil
forderte seinen Tribut, so dass Elvis bei seinem Tod 1977 nicht viel mehr als seine Villa Graceland hinterließ. |
| Die Würde des Menschen |
| "There's no dignity in death, to sell the world your last breath..." Um sein Leben finanzieren zu können, gab Elvis
kurz vor seinem Tod, von Krankheiten und seiner Medikamentenabhängigkeit schon schwer gezeichnet, ein Schatten seiner selbst, aufgeschwemmt und
schwitzend, noch über 100 Konzerte pro Jahr und wurde von Parker von Auftritt zu Auftritt gepusht und verkauft. Diese Strapazen dürften dann wohl
auch mit zu seinem frühen und unwürdigen Tod im Badezimmer geführt haben. |
| Elvis lebt!? |
| "I saw you standing by the gates..." Wie bei vielen viel zu jung gestorbenen Rockstars (man denke an Jim Morrison von den Doors) gibt es hartnäckige Theorien, dass
sie gar nicht tot seien. Dies ist natürlich Quatsch, eine Meinung, die die Verschwörungstheoretiker allerdings in ihrem Glauben eher bestärkt.
Auch Elvis weilt in dieser Hinsicht noch oft unter den Lebenden, wenngleich auch "nur" als Geist ("I saw the ghost of Elvis on Union Avenue..."
aus Marc Cohns Song "Walking in Memphis" oder die Figur des Mentor, oder Geist von Elvis, aus dem Film "True Romance"). Letzterer wird von Robbie
Williams auch als Inspirationsquelle für diese Textzeile genannt. |
| Musikalische Kompromisse |
| "They poisoned you with compromise..." Elvis war Rock'n'Roller, ein Image und eine Musikrichtung die sich beide am Ende der 50er
abgenutzt hatten. Der Rock'n'Roll war gesellschaftsfähig geworden und das Interesse an Elvis hatte dadurch nachgelassen. Es entstand eine Lücke, die
sein Management dadurch zu füllen versuchte, dass man ihn immer mehr Schlager bis hin zur Schnulze singen ließ um die Verkaufszahlen
hoch zu halten. Höhepunkt dieser Entwicklung waren solche Peinlichkeiten wie die Version des Volkslieds "Muss i denn zum Städtele naus".
Elvis litt darunter so sehr, dass er sich ab Ende der 50er völlig aus dem Plattengeschäft zurückzog, sich auf seine Filme
konzentrierte und nach einer langen Pause erst 1969 wieder eine Platte veröffentlichte. |
| Depressionen |
| "...up to your neck in darkness...", "at what point did you realise that everyone loved your life but you..."
Wie viele andere Superstars auch verkraftete Elvis den Spagat zwischen der ihm dargebrachten
grenzenlosen Verehrung als Künstler und der privaten emotionalen Einsamkeit und dadurch folgenden inneren Leere nicht.
Auch die Beziehung und Ehe mit Priscilla Beaulieu konnte gegen diese Kräfte nichts ausrichten. Die Depressionen versuchte er mit Medikamenten in
immer stärkeren Dosen zu bekämpfen. Nicht nur vergeblich, sondern auch mit den gravierenden Folgen einer schweren
Medikamentenabhängigkeit und des Hineingeratens in einen Teufelskreis, der sich am Ende als tödlich erweisen sollte. |
| Elvis und Nixon |
| "A special agent for the man through Watergate and Vietnam..." Unter diesen
Umständen mutet es aus heutiger Sicht geradezu als grotesk an, dass Elvis 1970 einen Brief an den damaligen amerikanischen Präsidenten
Nixon ("the man" steht hier als Slangausdruck für die amerikanische Regierung) schrieb und
ihn bat als Federal Agent, also eine Art Spezialbeauftragter der Regierung für Drogenfragen und Drogemissbrauch wirken zu dürfen. Dies geschah sicherlich
unter dem Eindruck der ersten Drogentoten unter den Rockstars, Jimi Hendrix und Janis Joplin, die beide 1970 innerhalb kurzer Zeit
starben (Jim Morrison folgte 1971). Dies sah man durchaus als eine Folge der gerade zu Ende gegangene Ära der Blumenkinder,
die sich ja durch einen unverkrampften und unvernünftigen Umgang mit Drogen ausgezeichnet hatten.
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| Dass Nixon prompt reagierte hatte wohl hauptsächlich politische Gründe. Die Fotos mit Elvis und das Engagement für das
Wohlergehen der Jugend sollten wohl nicht ganz so ausgezeichnete Popularitätswerte steigern helfen. Elvis hatte den Status des "special
agent" bis zu seinem Tod inne, auch während des Watergate-Skandals des Präsidenten Nixon, und auch während der heißen
Phase des Vietnamkriegs, hat in dieser Funktion aber nie etwas bewirkt. |
| "...no one really gave a damn, d'you think the CIA did?" Nicht nur die Öffentlichkeit interessierte diese Funktion von
Elvis, und was er damit bewirken wollte, nicht. Die CIA auch nicht. Der amerikanische Geheimdienst ging im Gegenteil viel
weiter und interessierte sich sogar sehr für die bewusstseinserweiternden Drogen wie LSD, mit denen schon ab den 50ern oft auch
skrupellos und menschenverachtend experimentiert wurde.
Hintergrund dafür war im Kalten Krieg der Wunsch, Kontrolle über die Gegner zu bekommen, und Gehirne bewusst zu manipulieren.
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| Links |
| Weitere Songs über Elvis aus dem Angebot von Popsongs und ihre Hintergründe: Black Velvet
von Alannah Myles und Walking in Memphis von Marc Cohn. |
| The Nixon-Presley Meeting. Eine Seite über das Treffen zwischen Nixon und Elvis 1970 mit Fotos und einigen Dokumenten zum Download wie Elvis' Brief an
Nixon sowohl in handschriftlicher Form als auch als Transkription.
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| Link zu einer wdr-Sendung aus dem Jahr 2002 über die heimlichen
Machenschaften der CIA im Zusammenhang mit Drogenexperimenten und dem Schicksal von Frank Olson. Mit weiterführenden Links und Literaturhinweisen.
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