| Entstehung |
| Die 1887 geschriebene symphonische Suite "Printemps" (Frühling) besteht aus
zwei Sätzen, die,
wie in diesen Jahren bei Debussy noch üblich, Tempobezeichnungen als Überschrift tragen.
Der erste Satz ist mit "très modéré", der zweite mit "modéré"
überschrieben. |
| Arbeit eines Stipendiaten |
| "Printemps" ist eine der Arbeiten, die Debussy aufgrund seines Stipendiums in Rom
anfertigen musste. Sie wurde wahrscheinlich von einem Bild Sandro Botticellis mit dem Titel
"Primavera" angeregt. |
 Sandro Botticelli, Primavera (ca. 1482) Scan by
Mark Harden |
| Ursprünglich wurde "Printemps" von Debussy für Orchester und Chor
komponiert. Im Jahre 1908 veröffentlichte Debussy aber eine Version ohne Chor,
die auch heute der Version mit Chor vorgezogen wird. |
| Reaktionen |
| Debussy legte "Printemps" der Jury an der Académie im Jahre 1887 vor.
Wie fremd den damaligen Musikerzeitgenossen diese Musik geklungen haben mag, kann
man an der Beurteilung durch die konservativen, auf Bewahrung der Tradition bedachten Juroren ersehen: |
| "Herr Debussy macht sich zwar keiner Plattheit oder Landläufigkeit schuldig,
hat aber die ausgesprochene Neigung zu Fremdartigkeiten. Es wäre wünschenswert, dass Herr
Debussy sich dieses verschwommenen Impressionismus erwehren würde, der einer der
gefährlichsten Gegner der Wahrheit in den Werken der Kunst ist."
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| Interessant ist an dieser Beurteilung außerdem, dass Debussy hier zum ersten Mal mit dem
Begriff "Impressionismus" etikettiert wird - ein Etikett, gegen das er sich sein ganzes Leben lang
vergeblich gewehrt hat. |
| Entwicklung der eigenen Tonsprache |
| Die Kritiker wurden vor allem durch eine Kompositions- und Instrumentations- weise irritiert,
die Debussy hier zum ersten Mal verwirklichte und die sich als das Charakteristische und
Revolutionäre an Debussys Musik herausstellen sollte: die
Aufgabe traditioneller Form und musikalischer Entwicklung zugunsten von sich abwechselnden und
ergänzenden Farbfeldern. Debussy selbst spricht in diesem Zusammenhang von "einer
speziellen Färbung, die möglichst viele Sinnesempfindungen vermitteln soll." |
| Eingeleitet wird das Stück von einem von Flöten und Klavier unbegleitet
vorgetragenen, pentatonisch gebauten, rhythmisch einfachen und gesanglichen Thema. |
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| Der Anfang weist auf das kommende "Prélude à l'après-midi d'un Faune"
hin, das auch mit einem einstimmigen Thema beginnt, das bei weiterem Auftreten durch neue
Harmonisierung und Instrumentierung neu beleuchtet wird. |
| Dieses Thema wird auch im zweiten Printemps wieder aufgenommen und zu einem wirksamen
Schluß verarbeitet. Dabei kommt das Thema parallel in den Blechbläsern, bzw. im Klavier
und den Holzbläsern. Bei den Blechbläsern ist es rhythmisch vergrößert,
während es Klavier und Holzbläser in einer leicht
verkürzten und rhythmisch verkleinerten Version, einer Diminution, spielen. |
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