Debussy
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Debussy

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Le petit nègre
La plus que lente

Préludes I
darin:
Voiles
La fille aux cheveux de lin
La cathédrale engloutie

Préludes II
darin:
La puerta del vino
Général Lavine - excentric

Douze Etudes



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Musikgeschichtlicher Hintergrund
  • Präludien aus Johann Sebastian Bachs Zyklus "Das Wohltemperierte Klavier" Band I und II (1722 und 1739/42)
  • jeweils 24 Stücke in allen Tonarten als Vorspiele zu den jeweiligen Fugen
    Tonartenanordnung: C-Dur, c-Moll, Cis-Dur, cis-Moll usw.
  • Préludes bei Frédéric Chopin, op. 28 (1836-39)
  • 24 eigenständige Stücke, zyklisch nach Tonarten geordnet (im Quintenzirkel)
  • Préludes bei Claude Debussy (1910 und 1913)
  • Bei Debussy bestehen die Préludes aus zwei Bänden mit jeweils 12 Stücken. Die beiden Bände besitzen keine Tonartenordnung. Jedes Stück (außer Band II, Nr.11) hat einen außermusikalischen Titel, der in den Noten am Ende des Stückes aufgeführt ist. Dass der Titel erst am Ende des Stücks genannt wird, heißt, dass man den Titel nicht kennen muss, um das Stück zu verstehen. Die absolute Musik ist also wichtiger und der Titel soll nur als Anregung oder Hilfe dienen.
    Die Titel gehen auf literarische Eindrücke, Erinnerungen, Gegenstände und ähnliches zurück. Teilweise hat Debussy diese Einfälle in Skizzenbüchern notiert.
    Beide Bände sind aufeinander bezogen, wobei im zweiten Band die musikalische Sprache fortgeschrittener ist. Der zweite Band ist auch klanglich und pianistisch anspruchsvoller und die beiden letzten Préludes (Les tierces alternées und Feux d'artifice) weisen auf die Douze Etudes hin.

    Allerdings sind nicht alle Stücke der beiden Bände musikalisch gleichwertig. Dies ist insofern erstaunlich, als Debussy nur Stücke veröffentlichte, von deren Qualität er voll und ganz überzeugt war. Am bekanntesten sind sicherlich die beiden Préludes aus dem ersten Band "La fille aux cheveux de lin" und "La cathédrale engloutie".

    1.
    Danseuses de Delphes
    Tänzerinnen aus Delphi
    Erinnert an eine Säule mit 3 Bacchantinnen im Louvre, "unter vier Augen zu spielen"
    2. Segel oder Schleier
    Anregung unbekannt
    3.
    Le vent dans la plaine
    Der Wind in der Ebene
    Anfang eines Liedes aus dem Singspiel "Ninette à la cour" von Favart
    4.
    Les sons et les parfums tournent dans l'air du soir
    Die Klänge und Düfte schwirren in der Abendluft
    Dritter Vers aus "Harmonie du Soir" von Charles Baudelaire
    5.
    Les collines d'Anacapri
    Die Hügel von Anacapri
    Kleine Stadt auf Capri, 1600m hoch in den Bergen, Anregung unbekannt
    6.
    Des pas sur la neige
    Schritte im Schnee
    Anregung unbekannt, "unter vier Augen zu spielen"
    7.
    Ce qu'a vu le vent d'ouest
    Was der Westwind gesehen hat
    Wahrscheinlich eine französische Übersetzung eines Märchens von Andersen
    8. Das Mädchen mit den flachsblonden Haaren
    Eines der "Chansons écossaises" von Leconte de Lisle, 1852 in der Sammlung "Poèmes antiques" veröffentlicht
    9.
    La sérénade interrompue
    Das unterbrochene Ständchen
    Anregung unbekannt
    10. Die versunkene Kathedrale
    Alte bretonische Legende der im Meer versunkenen Stadt Ys, die im 4. oder 5. Jahrhundert wegen der Pietätlosigkeit ihrer Bewohner versenkt wurde. Sie ist immer bei Sonnenaufgang als mahnendes Beispiel sichtbar.
    11.
    La danse de Puck
    Der Tanz des Pucks
    Aus Shakespeare's Sommerrnachtstraum ("A Midsummer Night's Dream"), 2. Akt, 2. Szene. Debussy wurde wahrscheinlich über eine Illustration von Arthur Rackham angeregt.
    12.
    Minstrels
    Spielleute, Gaukler
    Anregung unbekannt
    Entstehung
    • Skizzen aus den Jahren 1907/08
    • Manuskript datiert auf Ende Dezember 1909, bzw. Januar und Februar 1910
    • erschienen bei Durand am 14.04.1910
    • Uraufführung als Zyklus nie; einzelne Stücke durch Debussy selbst, Ricardo Viñes und Franz Liebich

    Die Préludes Nr. 1, 4, 5, 6, 8, 10 und 11 sind bei der Piano Society in verschiedenen Versionen als mp3s anzuhören. Dazu gibt es die Noten als pdf.
    Die Noten von allen Préludes als pdf-Files bei www.sheetmusicarchive.net.

     
    ©2000 by Jochen Scheytt
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