Debussy
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Préludes II: Général Lavine - excentric
Debussy

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Général Lavine - excentric

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Général Lavine - excentric Der exzentrische General Lavine
Amerikanischer Clown, der 1910 und 1912 in Paris auftrat und einen ausgeprägten marionettenhaften Gang hatte.

Debussy sah den amerikanischen Clown in Paris, als er 1910 und 1912 in den Follies Marigny auftrat. In seinem Prélude beschreibt er einen Auftritt des Clowns mit musikalischen Mitteln und benutzt dabei auch wieder Elemente des aus den USA nach Europa geschwappten Ragtime.
Cake-Walk
Überschrieben ist das Prélude mit "Dans le style et le Mouvement d'un Cake-Walk". Der Cake-Walk begegnet uns in Debussys Klavierwerk auch in Children's Corner, dort bei "Golliwog's Cakewalk". Der Cake-Walk war ein aus der afrikanischen Tradition stammender Schreittanz, der hauptsächlich während Minstrel Shows, Variety Shows und deren Umfeld aufgeführt wurde. Groteske, übertriebene Bewegungen und Figuren waren Bestandteil dieses Tanzstils. Der Name scheint daher zu kommen, dass für die komischste Darbietung dieses Tanzes ein Kuchen als Preis ausgelobt wurde. In Europa gewann dieser Tanz im Zuge der Begeisterung für alles Exotische sehr schnell viel Popularität, wurde jedoch mehr als Showeinlage dargebracht und nicht vom Publikum getanzt. Musikalisch eng verbunden mit dem Cake-Walk ist der Ragtime.
Ragtime
Auch der Ragtime taucht bei Debussy immer wieder auf (Golliwog's Cake-Walk, The little negro). Bei "Général Lavine - excentric" ist der Ragtime aber stilisierter. Man merkt, dass Debussy zum einen in seiner musikalischen Sprache schon weiter ist und dass er vor allem nicht den Ragtime darstellen will, sondern den Auftritt eines Clowns. Elemente des Rags dienen hier nur als Stilmittel.
Général Lavine - excentric
Wie der Auftritt des Generals ausgesehen haben mag, kann sich jeder Zuhörer mit ein wenig Fantasie leicht selbst ausmalen.
Formal folgt das Stück eher traditionellen Mustern. Grob könnte man es so einteilen:

Intro A B A Coda

Drei Motive bilden den Kern des Stücks, wobei sich die Motive auf alle Formteile erstrecken. Motiv 1 und 2 tauchen im Laufe des Stücks immer wieder unvermittelt auf. Motiv 3 zeigt sich am Entwicklungsfähigsten und könnte auch als Hauptmotiv bezeichnet werden.

Motiv 1, Takt 1, der "Général" stolpert auf die Bühne...
Motiv 1
Notenbeispiel als Midi-File
Motiv 2, T. 2-3, eigentlich ein gebrochener B-Dur-Dreiklang (Melodietöne: b, d, f, d, b), der mit verschiedenen Dur- und Mollakkorden ungewöhnlich harmonisiert ist.
Motiv 2
Notenbeispiel als Midi-File
Motiv 3, T. 11ff., Hauptmotiv
Motiv 3
Notenbeispiel als Midi-File

"Général Lavine - excentric" ist hier ganz als mp3 anzuhören.
Die Noten des Général als pdf-File.

 
©2000 by Jochen Scheytt
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