Debussy scheint durch sein englisches Kindermädchen in Kontakt mit der Golliwog-Figur gekommen zu sein.
Doch nicht nur der Golliwog wurde von der Minstrel Show inspiriert, auch der Cakewalk hat hier seine
Ursprünge. Zum Cakewalk siehe auch Général
Lavine - excentric aus den Préludes Bd.II.u
Auch aus dem Umfeld der schwarzen Musik entlehnt ist die musikalische Gestaltung von
"Golliwog's Cakewalk". Der synkopierte Rhythmus der rechten Hand und die Begleitfigur
aus gleichmäßigen Achteln links sind typisch für den Ragtime.
Ein anderes kurzes Klavierstück Debussys, "The little negro", benutzt
denselben Rhythmus. Debussy folgt hier einem allgemeinen Trend im Frankreich
der Jahrhundertwende, Jazz-Elemente in die Kunstmusik zu integrieren. Andere
Beispiele hierfür sind u.a. Maurice Ravels "Blues" aus der Violinsonate
oder Igor Stravinskys "Ragtime".
Der langsame Mittelteil von Golliwog's Cakewalk enthält ein Zitat
des berühmten Tristan-Akkords aus Richard Wagners Oper "Tristan und
Isolde", der am Ende des 19. Jahrhunderts die Auflösung der herkömmlichen
tonalen Beziehungen in der Musik symbolisiert. Diese hier wohl ironisch
zu verstehende Anspielung spiegelt Debussys zwiespältiges Verhältnis
zu Richard Wagner wider.
Der Zyklus lässt sich
hier als mp3-Files anhören und downloaden.
Der ganze Zyklus als
Noten.
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