Debussy
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The Seduction of Claude Debussy
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Seit 1988 die siebzigjährige Schutzfrist für die Werke Debussys abgelaufen ist, dürfen nicht nur Durand, der Verleger Debussys, sondern alle Verlage Debussys Werke publizieren. Dadurch gibt es eine Vielzahl von Ausgaben auf dem Markt und man kann sich als Kunde je nach preislichen Vorstellungen oder anderen Kriterien entscheiden. Hier einige Bemerkungen zu den Ausgaben der wichtigsten Verlage.
Henle Verlag, München
Die Urtext-Ausgaben des Henle-Verlags bestechen wie immer durch eine absolut genaue Wiedergabe dessen, was der Komponist in seinem "Urtext" vorgeschrieben hat. Man hat also immer die Gewissheit, Originalmaterial in den Händen zu haben. Daneben sind Layout und Druckqualität auch auf höchstem Niveau. Preislich sind die Ausgaben durchaus im Rahmen.
Wiener Urtext Edition, Schott/Universal Edition
Die Ausgaben der Wiener Urtext Edition sind genauso zuverlässig und empfehlenswert wie die Henle-Ausgaben. Darüber hinaus gibt es neben dem informativen und ausführlichen Vorwort Hinweise zur Interpretation, die sehr hilfreich sind. Als kleine Zugabe findet sich eine Seite des handgeschriebenen Originalmanuskripts auf der ersten Innenseite.
Editions Durand & Cie, Paris
Die Noten des Originalverlegers von Debussy sind die teuersten Ausgaben, die zu kaufen sind. Der hohe Preis wird aber in keinster Weise durch irgendwelche anderen Vorteile aufgewogen, so dass es eigentlich keinen Grund gibt, diese teuren Noten den beiden Urtextausgaben vorzuziehen.
Broekmans & Van Poppel B.V., Amsterdam
Auffallend ist bei diesen Noten das gegenüber den anderen Verlagen schlechtere Druckbild. Es gibt keine zusätzlichen Informationen zu Werken oder Interpretationshilfen.
Edition Peters
Die Peters-Ausgaben der Debussyschen Werke sind durchaus zu empfehlen, obwohl es sich nicht um Urtext-Ausgaben handelt. Die Bearbeitung ist sehr zurückhaltend und nicht störend. Ältere Peters-Ausgaben sind oft mit Vorsicht zu genießen, da die Bearbeiter doch recht tief in den Notentext eingegriffen haben, um ihre eigenen Interpretationsvorstellungen zu verwirklichen. Diese wurzeln oft noch in der romantischen Tradition, in der die Freiheit der Interpretation weit vor der Intention des Komponisten stand. 
Inzwischen sind auch einige Sammelbände auf dem Markt, die die wichtigsten, bzw. populärsten Werke Debussys in einem Band vereinen. Wer keinen Wert auf Vollständigkeit legt, sich mit bescheidenem Druck zufriedengibt, und vor allem Geld sparen möchte, ist hier richtig. Zu nennen wären die Ausgaben der Editio Musica Budapest und der Edition Dover.

 
©2000 by Jochen Scheytt
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