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| Frauen haben in Debussys Leben stets eine wichtige Rolle gespielt, sei es im privaten
Bereich, der von einigen Skandalen erschüttert wurde, oder im musikalischen, wo ihn einige
Damen der Gesellschaft nach Kräften förderten. |
Nadjeschda von Meck |
Als im Sommer 1880 - Debussy war 18 Jahre
alt - eine Anfrage von Antoine Marmontel, Debussys
Lehrer am Conservatoire, an Debussy herangetragen wurde, waren Debussy und seine Eltern
geschmeichelt. Es handelte sich um ein Angebot von Nadjeschda von Meck, die für ihren Sommeraufenthalt in
der Schweiz einen Pianisten suchte. Nadjeschda von Meck ist der Nachwelt als finanzkräftige
Förderin Peter Ilytsch Tschaikowskys bekannt, dem sie ein in finanzieller Hinsicht sorgenfreies
Leben ermöglichte, dessen Musik sie leidenschaftlich liebte, dem sie aber bekanntlich nie begegnete.
Debussy sagte sofort zu. Er verbrachte den ganzen Sommer in Frau von Mecks Hofstaat und
reiste mit ihr bis nach Italien. Seine Aufgaben waren hauptsächlich, ihren Kindern Klavierunterricht
zu geben und selbst Klavier zu spielen - vor allem die Werke Tschaikowskys. Hier erlebte er
zum ersten Mal, dass die Beschäftigung mit Musik eine überragende
Wichtigkeit und Bedeutung besaß. Sorgen irgendwelcher Art waren in dieser Welt nicht
vorgesehen. Nadjeschda von Meck äußerte sich durchaus angetan von dem jungen französischen
Pianisten. 1881 und 1882 verbrachte Debussy einige Monate in Russland bei Frau von Meck. Einen abrupten
Abschluss fand die Verbindung zur Familie von Meck dadurch, dass sich Debussy 1882 in Nadjeschda von Mecks
fünfzehnjährige Tochter Sonja verliebte und um ihre Hand anhielt. |
Marie-Blanche Vasnier |
Marie-Blanche
Vasnier war 30 Jahre alt, als Debussy sie 1880 kennenlernte. Sie war mit einem bekannten Architekten
verheiratet und hatte zwei Kinder. Debussys lernte sie kennen, als er Gesangsstunden am Klavier
begleitete. Madame Vasnier war eine gute Sängerin. Bald ging Debussy in ihrem Haus aus und
ein, hatte dort sogar ein eigenes Zimmer und fand hier den künstlerischen und emotionalen Halt,
den er brauchte. Pierre Vasnier
kümmerte sich um die Bildung und Karriere des jungen Debussy und sah großzügig
darüber hinweg, dass die Beziehung Debussys zu seiner Frau vielleicht etwas zu eng war. Debussy
widmete ihr einige seiner frühen Lieder. Die recht enge Freundschaft mit den Vasniers dauerte
bis ungefähr 1890. |
Gabrielle Dupont |
Gabrielle Dupont, oder Gaby, war Debussys erste langfristige Beziehung. Barraqué über die
"[...] Gefährtin seiner schweren Jahre, von der man nicht weiß, ob sie
Putzfrau oder Verkäuferin in einem Laden war. [...] Über Debussys Verhältnis mit
Gaby hat man sich oft gewundert. Eine so unbedeutende Persönlichkeit als Gefährtin des
jungen Komponisten kann die Neugier wirklich reizen. Aber Debussy scheint in bezug auf seine Partnerinnen
weniger wählerisch gewesen zu sein als bei seinen Männerfreundschaften, die er gern
auf geistiger Ebene pflegte."(1)
Das Ende dieser Beziehung war ein Verhältnis Debussys zu einer anderen Frau, von dem Gaby
erfuhr. Nach einem Selbstmordversuch Gabys dauerte es nicht mehr lange, bis beide getrennte Wege
gingen. |
Rosalie Debussy, geb. Texier |
1899 feierte
Debussy Hochzeit mit Rosalie Texier, genannt Lily, einer Frau, mit der die Debussy-Biographen ebenso wie mit Gaby ihre Probleme haben.
Stammte sie doch ebenfalls aus einfachen Verhältnissen und arbeitete in einer Schneiderei. Sie schien
genauso wenig zu dem Künstler zu passen, wie ihre Vorgängerin. Viel zu erfahren ist darum
über die Ehejahre nicht, außer dass es den beiden finanziell nicht gut ging. |
Emma Debussy, gesch. Bardac, geb. Moyse |
Im Jahre 1901 begann Debussy den Bankierssohn Raoul Bardac zu unterrichten. Dadurch lernte er
dessen Mutter Emma Bardac kennen. Sie war eine gebildete, einflussreiche und außerdem sehr
musikalische Frau. Es ist nicht genau bekannt, wann sich das Verhältnis zwischen den beiden
entwickelte, aber im Sommer 1904 kam es zu einem handfesten Skandal. Lily, die von der Beziehung
erfahren hatte, beging einen Selbsmordversuch, konnte aber gerettet werden. Debussy, der zu diesem
Zeitpunkt ein Mann des öffentlichen Lebens war, musste für diese Geschichte ordentlich
Prügel einstecken. Er floh mit Emma auf die Kanalinsel Jersey (siehe auch
L'isle joyeuse).
Die Scheidungsformalitäten zogen sich noch viele Jahre hin und lange bevor die beiden im Jahr 1908
heiraten konnten, kam 1905 ihre gemeinsame Tochter Claude-Emma, auch Chouchou genannt, zur Welt
(siehe auch Children's Corner). Mit Emma blieb Debussy
bis zu seinem Tod zusammen. |
(1) Zitiert nach: Barraque, Jean, Debussy. Rowohlt, 1964 S. 56f.
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